Dr. Kurt Johannes Schmieg

Praxis für Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin, DDG Diabetologie


Infusionstherapie

Eisen-Infusionstherapie

Sie fühlen sich müde, erschöpft oder bemerken vermehrten Haarausfall? 
Diese Anzeichen können auf einen niedrigen Eisenwert (Ferritin) hinweisen.

Typische Symptome für Eisenmangel

  • Blässe
  • Müdigkeit Schwindel
  • allgemeines Schwächegefühl und Leistungsabfall
  • Kurzatmigkeit, vor allem unter Belastung
  • Herzklopfen
  • raue, rissige Haut und Mundwinkel
  • brüchige, nach innen gebogene Nägel (Hohlnägel)
  • glanzloses, sprödes Haar, Haarausfall
  • Zungenbrennen mit Schmerzen beim Schlucken

Ursachen von Eisenmangel

Eisenmangel entsteht, wenn der Eisenbedarf höher ist als die Eisenaufnahme. In Europa ist ein chronischer Blutverlust die häufigste Ursache. Weitere Ursachen können eine Störung der Eisenaufnahme oder eine unzureichende Zufuhr durch die Nahrung sein.

  • Menstruation: Der Verlust von Eisen mit der Regelblutung (Menstruation) ist die häufigste Ursache für einen Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Ungenügende Zufuhr von Eisen über die Ernährung, zum Beispiel durch Veganismus oder Vegetarismus.
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt gehören zu den häufigsten Ursachen einer Eisenmangelanämie bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren. Sie können sich aufgrund einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), von Magen-Darm-Geschwüren (Ulkuskrankheit) oder Hämorrhoiden entwickeln.
  • Blutverlust über die Harnwege durch Entzündungen, Tumoren oder durch Hämoglobinurie (Ausscheidung des roten Blutfarbstoffes über den Urin).
  • Blutverlust durch Operationen oder Blutspende.
  • Gestörte Eisenaufnahme, zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Diagnose der Eisenmangelanämie

Bei einem Eisenmangel leert der Körper zunächst seine Eisenspeicher. Erst wenn diese Reserven erschöpft sind, entwickelt sich eine Blutarmut.

Häufig wird eine Eisenmangelanämie zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Blutbildkontrolle festgestellt.

  • Ferritin (Speichereisen): Das wasserlösliche Eiweiß speichert Eisen. Es befindet sich vor allem im Knochenmark, in den Zellen der Leber, der Milz, aber auch in anderen Geweben wie der Muskulatur. Das im Blut gemessene Ferritin zeigt an, wie gut die Eisenspeicher des Körpers befüllt sind. Ein verringerter Ferritinwert ist der wichtigste Hinweis auf eine Eisenmangelanämie. Liegt gleichzeitig eine Entzündung vor, kann er auch erhöht sein.
  • Menge des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobinwert/Hb-Wert): Ist er vermindert, liegt eine Anämie vor.
  • Hämatokritwert (HKT): Dieser beziffert den Anteil der festen Bestandteile oder Zellen des Blutes am Blutvolumen. Da die meisten Zellen des Blutes Erythrozyten sind, gibt der Hämatokritwert indirekt auch Auskunft über die Menge an roten Blutkörperchen. Allerdings beeinflussen ihn auch Änderungen des Flüssigkeitshaushalts entscheidend. Ein verringerter Hämatokritwert kann auf Blutarmut hinweisen, aber auch andere Ursachen haben. 
  • Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten): Sind davon zu wenige vorhanden, spricht das für eine Anämie. 
  • Retikulozyten sind unreife Vorstufen der roten Blutkörperchen im Blut. Um einen Mangel an Erythrozyten zu beheben, setzt der Körper rote Blutkörperchen aus seinen Reserven im Knochenmark frei. Stehen dort nicht genügend reife Zellen zur Verfügung, werden auch die nicht ganz ausgereiften Vorstufen, die Retikulozyten, ins Blut entlassen. Eine hohe Zahl an Retikulozyten im Blut weist also darauf hin, dass viele rote Blutkörperchen verloren gehen und der Körper versucht, sie schnell nachzubilden. Bei einer Eisenmangelanämie kommt es nach der Gabe von Eisen zu einem Anstieg der Retikulozyten. 

Therapie der Eisenmangelanämie

Vorteile einer Eiseninfusion gegenüber oraler Einnahme

  1. Schnellere Wirkung
    Während Eisen aus Tabletten Wochen bis Monate benötigt, um die Speicher aufzufüllen, können Eiseninfusionen bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung der Symptome bewirken. Das liegt in erster Linie an der schlechten Eisenresorption in Tablettenform, sie liegt bei unter 10%.
  2. Vermeidung von Magen-Darm-Beschwerden
    Viele Patienten vertragen Eisenpräparate oral nicht gut, da sie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Verstopfung verursachen. Intravenöse Eiseninfusionen umgehen den Verdauungstrakt und vermeiden diese Nebenwirkungen.
  3. Effektive Aufnahme
    Bei Magen-Darm-Erkrankungen oder nach bestimmten Operationen (z. B. Magenverkleinerung) wird Eisen aus der Nahrung oder Tabletten schlecht aufgenommen. Die Infusion sorgt für eine direkte Aufnahme ins Blut.
  4. Weniger häufige Anwendungen
    Während Tabletten täglich und über Monate hinweg eingenommen werden müssen, reichen oft wenige Eiseninfusionen, um den Eisenmangel langfristig auszugleichen.

Fazit

Eiseninfusionen können eine sichere und effektive Methode zur Behandlung von Eisenmangel darstellen, insbesondere wenn orale Präparate nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Allerdings sollten sie nur nach sorgfältiger Diagnostik und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden, um mögliche Risiken zu minimieren.
In unserer Praxis bieten wir individuell angepasste Eiseninfusionen an, basierend auf einer umfassenden Labordiagnostik. Wir verwenden standardmäßig ein Eisen(III)-D-gluconat-Komplex (z. B. Ferrlecit), da es schon lange erhältlich ist, dadurch gut steuerbar angewendet werden kann und auf Grund der guten Verträglichkeit ein geringes zu erwartendes Nebenwirkungsspektrum aufweist.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, um Ihren Eisenstatus überprüfen zu lassen und die für Sie beste Therapieoption zu besprechen.

Kosten

  • Die Kosten hängen von Präparat, Dosierung und Anzahl der Infusionen ab.
  • Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).
  • Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel.
  • Selbstzahler erhalten vorab eine klare Kosteninformation und einen Behandlungsplan.

Fragen Sie uns, wir freuen uns auf Sie und helfen Ihnen gerne weiter!