Dr. Kurt Johannes Schmieg
Praxis für Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin, DDG Diabetologie
Anzeigenwerbungen und zuletzt vermehrt KI-generierte Deepfake-Videos suggerieren, dass eine gute Herzgesundheit unabhängig von Ernährungsgewohnheiten und Lebensführung genauso gut durch die
Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erreicht und gesichert werden könne.
Prof. Stefan Lorkowski, Lehrstuhlinhaber für Biochemie und Physiologie der Ernährung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, klärt in einem Artikel auf dem Portal Herzmedizin über diese
Versprechungen, Mythen und Risiken auf.
Rote-Bete-Kapseln und Kalium gegen Bluthochdruck?
Auch wenn laut Studien das Nitrat in Rote Beete den Blutdruck kurzfristig senken kann, sei die Evidenz für für Nahrungsergänzungsmittel gering. Eine erhöhte Kaliumzufuhr anstelle von normalem
Kochsalz senke tatsächlich den Blutdruck, reduziere auch das Schlaganfallrisiko, eine Supplementierung sei aber mit Risiken verbunden, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, so Prof.
Lorkowski.
Weißdorn bei Herzschwäche?
Bei einer leichten Herzinsuffizienz gibt es Hinweise auf eine Verbesserung der Belastbarkeit durch Weißdorn, diese Effekte seien aber nur moderat, Weißdorn könne daher keine medikamentöse
Therapie ersetzen, zumal es über 200 verschiedene Weißdornarten gebe.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist wichtig für bestimmte Eiweiße, Nachweise einer Verbesserung von Herzrisiken gibt es aber nicht. Prof. Lorkowski sieht einen Mangel und Bedarf an B-Vitaminen, empfehlt jedoch eine
abwechslungsreiche, gesunde Ernährung, die nicht durch die Supplementierung bestimmter Nahrungsergänzungsmittel ersetzt werden könne.
Knoblauch-Kapseln und Blutgefäße
Laut Untersuchungen könne Knoblauch die Cholesterin- und Blutdruckwerte moderat senken, dieser Effekt ließe sich jedoch ebenso erreichen durch mehr Gemüse.
L-Arginin und Beta-Carotin als Herzschutz?
Die Einnahme von L-Arginin könne ohne ärztliche Rücksprache für bestimmte Patientengruppen riskant sein. Ähnliches gelte inzwischen für Beta‑Carotin-Supplementen: der kardiovaskuläre Nutzen im
Vergleich zu einer obstreichen Ernährung sei gering und können bei Rauchern sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit beitragen.
Fischöle oder Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Herzgesundheit, hier bestehe unter Umständen auch zusätzlicher Bedarf. Unklar sei allerdings der tatsächliche Bedarf und ob Supplemente die gleiche Wirkung
haben würden. Prof. Lorkowski empfiehlt eine gezielte Ernährung mit mehr Fisch und weniger Fleisch.
Vitamin D und Herzgesundheit
Wissenschaftliche Studien würden zwar keinen Schutz vor Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Gesunden zeigen, bei einem nachgewiesenen Mangel könne jedoch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten zur
Stärkung des Immunsystems sinnvoll sein, beispielsweise in den dunklen Wintermonaten. Dennoch rät Prof. Lorkowski Herzpatientinnen und Herzpatienten, den ärztlichen Rat einzuholen.
Fazit des Artikels: selbst wenn Studien die Wirksamkeit zumindest einzelner Komponenten sogenannter Nahrungsergänzungsmittel für die Herzgesundheit zeigen, sollten Risiken, Dosierung und
Wechselwirkungen vorab gut abgeklärt werden!
Den vollständigen Beitrag finden Sie hier auf dem Portal Herzgesundheit