Echokardiographie

Dr. Schmieg bei der Untersuchung

Die transthorakale Echokardiographie ist das wichtigste und am häufigsten verwendete, nicht invasive Untersuchungsverfahren in der kardiologischen Diagnostik. Mit ihr ist eine genaue Beurteilung und Funktionsanalyse der Herzwände, Vorhöfe, Herzkammern und -klappen sowie der herznahen Gefäße möglich.

Die Echokardiographie funktioniert ohne Strahlung und ist beliebig reproduzierbar. Der Untersuchungsablauf erfolgt nach einem standardisierten Schema mit Bilddokumentation. Als Sonderformen werden die transösophageale Echokardiographie (TEE), die Stress-Echokardiographie und die 3D-Echokardiographie unterschieden.
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Funktionsprinzip

Monitor-Ausgabe

Der Schallkopf enthält einen piezo-elektrischen Kristall, der eine definierte Spannung in Schallwellen umwandelt. Die gesendeten Schallwellen werden zu einem Teil reflektiert und hinsichtlich Laufzeit (Eindringtiefe) und Amplitude (Signalstärke) analysiert. Dabei dient der Wandler gleichzeitig als Sender und Empfänger. Mit Hilfe eines Verstärkers werden die Schallwellen bearbeitet und auf einem Bildschirm dargestellt. Dafür gibt es verschiedene Methoden:

B-Mode

Die Untersuchung beginnt – von der Herzspitze aus – mit der Darstellung der Herzkammern, Vorhöfe und Herzklappen. Man erhält eine zweidimensionale Darstellung der Herzstrukturen, die reflektierten Schallwellen werden als Punkte auf dem Bildschirm dargestellt. Der sogenannte apikale 4-Kammer ermöglicht so eine erste orientierende Darstellung des Herzens. Zur vollständigen Darstellung werden verschiedene Längs- und Querschnittebenen gewählt.

M-Mode

Eine eindimensionale Ultraschall-Untersuchung, bei der schnelle Bewegungsabläufe (z.B. Herzklappen-Bewegungen) im Bezug zur Zeit dargestellt werden. Hierbei ist insbesondere die Beurteilung der Beweglichkeit aller Abschnitte des Herzmuskels als auch der Funktion der Herzklappen möglich.

Verfahren der Flussanalyse: Farbcodierter 2D-und M-Mode

Es werden die Richtung der Blutströmung und die Geschwindigkeit abgebildet.

CW- und PW- Doppler

Der Schallkopf sendet Ultraschallwellen von konstanter Frequenz aus. Treffen diese auf eine sich bewegende Fläche, wird ein Teil der Wellen mit veränderter Frequenz reflektiert. Aus dem erhobenen Datensatz werden die maximalen und mittleren Strömungsgeschwindigkeiten und Druckdifferenzen über den einzelnen Herzklappen und im Ausflusstrakt der linken Hauptkammer abgeleitet. So wird eine bildliche Darstellung der Blutströmung im Herzen ermöglicht.

Aussagemöglichkeit

Mithilfe der Herzsonografie erhalten wir Aufschluss über:
  • Struktur von Herzwänden und -klappen sowie deren Bewegungsabläufe,
  • Wanddicke von Herzvorhöfen und -kammern,
  • Größe von Herzbinnenräumen und des gesamten Herzens,
  • Auswurfleistung des Herzens - sie kann als Herz-Minuten-Volumen bestimmt werden.
  • Darstellung der herznahem grossen Gefäße
Folgende Erkrankungen lassen sich diagnostizieren bzw. in ihrem Verlauf dokumentieren (Verlaufskontrolle):
  • Veränderungen des Herzens bei Bluthockdruck
  • Herzklappen-Erkrankungen
  • Blutgerinnsel in einem der Herzbinnenräume, die beispielsweise durch Herzrhythmusstörungen entstehen können
  • Beurteilung der Funktion künstlicher Herzklappen
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)
  • Fehlbildungen (Ausstülpungen = Aneurysma) der Hauptschlagader (Aorta) oder der Herzwand
  • Perikarderguss: Eine Flüssigkeitsansammlung (Erguss) im Herzbeutel, der das Herz umschließt

Transösophageale Echokardiographie

Hierbei erfolgt die Anlotung des Herzens mittels einer in der Speiseröhre (Ösophagus) platzierten Ultraschallsonde.

Vorteile:

  • genaueres Erkennen von „Herzthromben“
  • bessere Darstellbarkeit von Herzscheidewanddefekten
  • exaktere Darstellung der Herzklappen insbesondere bei Verdacht auf Herzklappenentzündungen (Endokarditis) oder zur Verlaufskontrolle nach Klappenoperationen.
  • genauere Beurteilung der herznahen grossen Gefäße

Stressechokardiographie

Die Stress-Echokardiographie besteht aus einem Belastungstest (Ergometrie), einer echokardiographischen Bildgebung und einer fortlaufenden EKG-Registrierung.
Diese sensitive Methode eignet sich zum Nachweis belastungsabhängiger Bewegungsstörungen der Herzwände, die z.B. als Folge einer Minderdurchblutung bestimmter Herzabschnitte entstehen können.

Auch die Stress-Echokardiographie kann in unserer Praxis durchgeführt werden.

Falls eine Laufband- oder Fahrradergometrie nicht möglich ist, kann auch eine medikamentöse Belastung durch Gabe spezieller Medikamente durchgeführt werden.

3D-Echokardiographie

Diese Methode dient der dreidimensionalen Darstellung des Herzens. Sie bietet den Vorteil einer noch genaueren Bildgebung, z.B. bei angeborenen Herzerkrankungen oder komplexen Herzklappenerkrankungen.

Kontrast-Echokardiographie

Die Bildqualität der Echokardiographie kann in Ruhe und unter Belastung durch Ultraschall- Kontrastmittel deutlich verbessert werden.

Darüber hinaus kann die Kontrast-Echokardiographie gezielte Informationen zur Durchblutung des Herzmuskels (Myokardperfusion, Flussreserve) liefern. So können im Idealfall weitere teure und invasive Untersuchungen vermieden werden. Die heute verfügbaren Ultraschall-Kontrastmittel sind sicher. Schwere „allergoide“ Reaktionen wurden sehr selten beobachtet (1 von 10.000 Untersuchungen).

Indikationen

  • Verbesserung der Endokard-Abgrenzung und Darstellbarkeit der Struktur und Funktion des linken Ventrikels bei schwieriger Myokardabgrenzung
  • Darstellung intrakardialer Thromben und Pseudo-Aneurysmata
  • Bestimmung der Ejektionsfraktion (EF) und des LV-Volumens
  • Beurteilung struktureller Abnormalitäten (z.B. der „Non-Compaction“ bzw. der "Hypertrophen Kardiomyopathie“)
  • Verbesserung der echokardiographischen Darstellbarkeit von Wandbewegungsstörungen in Ruhe und unter Belastung
  • Beurteilung der Myokardvitalität und der koronaren Flussreserve

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