Zuckerbelastungtest (oGTT)

Der standardisierte Zuckerbestatungstest (oGTT = oraler Glukose-Toleranz-Test) findet immer dann Anwendung, wenn eine differenzierte Beurteilung des Zuckerstoffwechsels notwendig ist – z. B. bei Verdacht auf Gestationsdiabetes.

Zu den Standardbedingungen zählen:

  • keine akute Erkrankung/Fieber/Hyperemesis (Erbrechen)/ärztliche verordnete Bettruhe,
  • keine Einnahme oder parenterale Applikation kontrainsulinärer Medikation am Morgen vor dem Test (z.B. Cortisol, L-Thyroxin, ß-Mimetika, Progesteron),
  • keine Voroperation am oberen Magen-Darm-Trakt (z.B. bariatrische Chirurgie mit ablativen Verfahren), hier kommen als Alternative der i.v.-GTT beim Diabetologen oder Blutglukose- Einzelmessungen, besonders nüchtern, zum Einsatz,
  • keine außergewöhnliche körperliche Belastung,
  • normale Ess- und Trinkgewohnheiten mit ausreichend Kohlenhydraten (ca. 150 g/Tag) in den letzten 3 Tagen vor dem Test (Sie dürfen sich nicht durch Ernährungsumstellung auf den Test vorbereiten),
  • am Vorabend vor dem Test ab 22:00 Uhr Einhalten einer Nüchternperiode von mindestes 8 Stunden,
  • Testbeginn am folgenden Morgen nicht vor 06:00 Uhr und nicht nach 09:00 Uhr (tageszeitliche Abhängigkeit der Glukosetoleranz),
  • während des Tests müssen Sie nahe dem Testlabor sitzen, dürfen nicht liegen oder sich unnötig bewegen und es sollten keine anderen Untersuchungen in dieser Zeit durchgeführt werden,
  • vor und während des Tests darf nicht geraucht werden.

Der Ablauf des Zuckerbelastungstests

  • Unmittelbar vor Testbeginn wird die Blutglukose gemessen.
  • Danach trinken Sie 75 g wasserfreie Glukose gelöst in 300 ml Wasser oder ein vergleichbares Oligosaccharid-Gemisch schluckweise innerhalb von 3-5 Minuten. Ein Sturztrunk („auf ex“) ist zu meiden.
  • Weitere Glukosemessungen werden ein und zwei Stunden nach Ende des Einnehmens der Glukoselösung durchgeführt.
  • Bei stärkerer Schwangerschaftsübelkeit oder –erbrechen muss der Test um einige Tage verschoben werden.

Quelle: Leitlinienvorschlag der DDG zum GDM 02/2011 S.23 ff.

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